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Samhain

Keltisches Jahreszeitenfest der Ahnenehrung

Es ist wieder Zeit, um uns an Samhain zu besinnen.

Im Julianischen Kalender wird dieses bedeutende Ritual um den 31.Oktober gefeiert. Im früheren Mondkalender war es am letzten Neumond oder zum sogenannten „Schwarzmond“.

Wir halten inne, geniessen nochmals die herrliche Fülle unserer grossen Mutter Natur und schöpfen aus dem Wissen und der Weisheit unserer Vorfahren. Denn schon seit Jahrhunderten feierten sie dieses Sonnenfest als Erntedank und hielten tiefgreifende Rituale ab.

Die Natur zieht sich allmählich wieder in die Tiefe der Erde zurück…in die Dunkelheit und stirbt. So geht es auch dem Licht. Die dunkelste Zeit ist nun angebrochen, welches an „Wintersonnwende“ um den 21.Dezember herum, seinen Tiefpunkt erreicht. Der Kreis vom „Werden, Sein und Vergehen“ schliesst sich langsam wieder.

Samhain war eines der bedeutendsten und letzten Mondfeste, unserer keltischen Vorfahren. Sie feierten das Jahresende, oft in einem ausschweifenden Gelage. Sie hörten den Gesängen der Barden zu und besprachen dabei familiäre und gemeinschaftliche Angelegenheiten. Alle hatten nun genügend Zeit für die Gemeinschaft; die Felder und Gärten waren abgeerntet, die Früchte gewonnen und verarbeitet.

Alles wurde nun für die kalte und karge Zeit hergerichtet und angefertigt, Vorräte konserviert und verstaut.

In der warmen Stube am Kamin erzählten sie sich Geschichten und besannen sich auf ihre Wurzeln. Damals lebten unsere keltischen Vorfahren noch im Einklang mit den Gezeiten des Lebens. Der Tod gehörte für sie, genauso wie die Geburt, zum Leben und zum Kreislauf der Natur.

Sie hatten ein tiefes Verständnis zu ihren Ahnen, den Verstorbenen, und sie huldigten ihnen mit Opfergaben und liebevollen Gesten bei der Tafel und an den Festen. Besonders zu Samhain gedachten sie ihren Ahnen, denn es war für sie selbstverständlich, dass sie unter ihnen weilten.

Das Samhain-Fest wurde in manchen Regionen auch das „Apfelfest“ genannt, denn es wurde der Apfelinsel, Avalon, gewidmet. Avalon war die „Sommerinsel“, jener Ort auf der jenseitigen Welt, hinter den Feenhügeln, wo die verstorbenen Seelen im ewigen Sommer lebten. Niemand zweifelte daran, eines Tages zu ihnen zurückzukehren, wenn ihre Aufgabe in der diesseitigen Welt getan war. Diese tiefe Verwurzelung gab ihnen Halt, Standhaftigkeit und Stärke.

Ein alter Brauch für den Vorabend zu Samhain war auch, dass alle Feuer gelöscht und am neuen Morgen wieder angezündet wurden, als Symbol für den Tod des alten Jahres und die Geburt des neuen Jahres. Die Nacht dazwischen war von tiefen Geheimnissen durchdrungen und für allerlei Orakel und Vorhersagen geradezu prädestiniert.

Sie wussten, dass die Schleier zwischen der Wirklichkeit und der anderen Welt sehr durchlässig war und so konnten die Botschaften aus dem Reich der Ahnen viel leichter empfangen und weitergegeben werden.

 

Wichtige Bäume zu Samhain sind:

  • Der Apfelbaum, Sinnbild des ewigen Lebens, der Heilkraft und der Sinnlichkeit. Der Apfelbaum ist das Tor zur „Anderswelt“ und Hüter der weiblichen Mystik.
  • Der Walnussbaum, ein mächtiger Schutzbaum, Baum der Ahnen und der Spiritualität und er lehrt uns, uns abzugrenzen und altes abzuschliessen.
  • Die Eibe, gilt als Lebensführerin und Führerin durch die Gezeiten, von Leben, Tod und Wiedergeburt. Sie ist das Tor zur Unterwelt, zum tiefsten Untergrund in uns selbst.
  • Die Erle, liebt die Moor- und Sumpfgebiete und steht mit den Moorgeistern, Nebelelfen, Elfen, Erlenkönige und Wassergeister in enger Verbindung.

 

 

Wie setzen wir das im Alltag um? 

Es Zeit, zur inneren Ruhe zu kommen, unser Tempo einen Gang herunterschalten, um sich wieder mehr Zeit für Musse und Sinnlichkeit zu nehmen. 

Wir lassen alles ruhen, wir lassen den Dingen einfach seinen Lauf…wenig neue Projekte, wenig neue Aktivitäten…wir lassen nur geschehen und erweitern unseren „Zeitraum“ um uns herum.

In dieser inneren Einkehr werden uns gewahr, dass alles vergänglich ist, dass wir nichts festhalten können und schauen zurück, was sich bei uns in diesem Jahr verabschiedet hat.

  Viele werden in dieser dunklen Zeit von Wehmut und leiser Trauer erfasst, auch das gehört zum Leben!

 Echte innere Heilung ist, wenn wir das Leben annehmen können, wie es ist, wir uns auch mal erlauben dürfen, lustlos und ohne Antrieb zu sein und dass wir auch nicht dauernd fröhlich und gut gelaunt durch den Alltag gehen müssen, wenn uns einfach nicht danach ist!

Wir lassen nun endgültig alles los, auch wenn es uns etwas traurig stimmt. Alles was wir wieder in den ewigen Kreislauf zurückfliessen lassen können, macht wiederum Platz für Neues und vielleicht noch Besseres.

Nun erinnern wir uns an alles Gute und Schöne, was wir in diesem Jahr erarbeitet oder erreicht haben und nehmen dankbar an, was unser Herz und unsere Seele erfüllten.

Einen kleinen Moment innezuhalten, einen heissen aromatischen Tee, eine stille Meditation, ein Musikstück oder was auch immer unsere Seele wünscht, zu geniessen, ist jetzt besonders erholsam! So sind wir auch dazu im Stande, in unsere tiefen Quellen herunterzusteigen, um aus unseren reichen inneren Ressourcen wieder Lebenskraft und Mut zu schöpfen.

Trotz Kälte und Regenschauer, ist es anderseits sehr wichtig, in die freie Natur hinauszugehen, die frische kühle Luft zu atmen und sich zu bewegen…ohne Hast und ohne Stress. So können sich unsere Sinne auftanken und nähren.

Ein wirksames Ritual zum Loslassen und Transformieren:

Wir brauchen dazu ein Band oder einer Schnur, eine feuerfeste Schale mit Räucher-Kräutern (Salbei, Lavendel, Lorbeer, Beifuss o.a.) eine Kerze, eine Schere, Papierzettel und Schreibzeug.

Als Erstes zünden wir die Kerze an und stellen sie, in einem schützenden Glas, vor uns auf den Boden, daneben die Schale mit den Kräutern und nehmen das Band in die Hand.

Wir bitten jetzt die geistige Welt (oder eine keltische Göttin, z.B. die Göttin der Unterwelt Morrigu die sich als Rabe verwandeln kann, oder Rhiannon die Feengöttin der Unterwelt, welche mit einem weissen Schimmel reitet, Ereskigal, Hekate, Kali oder die grosse Erdenmütter Dana oder Hel), um Unterstützung und gehen tief in uns, um uns zu ersinnen, was uns im Moment am meisten bedrückt oder Probleme bereitet.

Anschliessend machen wir für jede Sorge, jede Angst und für alles, was uns bekümmert, einen Knopf in das Band (es darf auch ruhig ein bisschen Kraft dabei sein)!

Alles darf hinein geknotet werden, bis wir sämtliche Emotionen erlöst haben. 

Danach zünden wir die Kräuter in der Schale an (geht am besten mit einer Räucherkohle), nehmen einer Schere zur Hand, schneiden die Knoten ab und lassen sie in die brennenden Kräuter fallen.

Nun beobachten wir, wie sich alle Unannehmlichkeiten, Sorgen und Ängste im duftenden hellen Rauch allmählich auflösen und transformieren können.

Wir fühlen, diese wunderbare Befreiung und geniessen den unendlich weiten Raum, der sich in unserem Inneren öffnet, um neuen Platz für alles Helle und Positive zu schaffen.

Weiter gehen wieder in unsere Tiefe und sinnieren darüber nach, welche Stärken und positiven Eigenschaften wir aus diesen Emotionen entwickeln konnten und woher sie kommen, denn auch wenn etwas noch so schlimm und einschneidend war, wir haben daraus einiges gelernt und neu entwickelt, wir sind daraus stärker geworden. 

Dazu nehmen wir einen Zettel zur Hand und schreiben alles Positive, das uns dazu einfällt, auf.  

Zum Schluss danken wir der geistigen Welt und unseren geistigen Helfern für ihren Beistand und löschen dann die Kerze aus. 

Den Zettel legen wir irgendwo hin, wo wir ihn immer wieder sehen und lesen können (damit wir uns an unsere stärkenden, positiven Eigenschaften und Emotionen erinnern) und legen einen unterstützenden Gegenstand oder ein Symbol darauf, z.B. eine Rose, einen Heilstein, ein Bild oder ein Zeichen etc.

In den nächsten Tagen und Nächten, sollten wir nun aufmerksamer auf unsere Träume achten, vielleicht gibt es in dieser Zeit, seltsame Zufälle oder wir bekommen spontan irgendwelche Lösungen präsentiert, denn das Gewebe des Lebens ist nicht endgültig, es werden immer wieder neue Muster hineingewoben und neue Fäden gesponnen…das Rad der Gezeiten dreht sich ständig und fortwähren im Kreis, vom Werden zum Sein und zum Gehen, um wieder neu zu Werden.

Ich wünsche euch von Herzen eine tiefgründige und erneuernde Samhain-Zeit

Alles Liebe Silvia